Das Plakat: Freitag, der 13.

Was wir sehen: Schwarzer Hintergrund; eine Hockeymaske, mit roten Farbspuren. Kein Gesicht.

Worum es augenscheinlich geht: Jemand nimmt Hockey ernst. Sehr ernst. So ernst, dass er seine zugegebenermaßen altmodische Spielermaske mit Kriegsbemalung aufpeppt.

Worum es wirklich geht: Freitag, der 13. ist eine Horrorfilmreihe, in der es um den Serienmörder Jason geht; sein Markenzeichen ist seit dem 3. Teil der Reihe eine Eishockeymaske, die er immer trägt.
Der aktuelle Teil ist eine Neuinterpretation des ersten Teiles und keine Fortsetzung. Die Geschichte wird also zeitgemäß und sicher mit mehr Blut und Brutalität neu erzählt.

Zum Plakat: Wenn man niemals einen Film dieser Reihe gesehen, bzw. noch nie davon gehört hat, versteht man die Symbolik des Plakates mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht.
Durch die einfache Formensprache und die fast ikonenhafte Darstellung der Maske, die uns mit blicklosen Augen aus dem Dunkel fast anzustarren scheint, ist das Poster aber ein echter Hingucker.
Auf jeden Fall lässt uns das Poster wissen, dass es hier ernsthaft zur Sache geht. Kein Feel-Good-Movie, kein Happy End und sicher keine Komödie.

Kleine Nerd-Beobachtung am Rande: normalerweise starten Filme in Deutschland immer an einem Donnerstag; dieser hier aber wird dank des Filmtitels geadelt und startet tatsächlich am Freitag, den 13. März.

IMDB-Link zum Film

Schamlose Eigenwerbung

Franziska

Ich heiße Franziska und im echten Leben arbeite ich unter dem Namen wiedererkennbar als freie Mediendesignerin in Dresden.

Mein erstes Blog habe ich im Jahre 2002 noch manuell erstellt. Damals ging es vor allem um Privates.
Hier geht es jetzt streng subjektiv um das Design von Filmplakaten. Und zwar aus meiner Sicht als Mediendesignerin und Filmfreak.

online bin ich auch hier unterwegs:

Webseite www.wiedererkennbar.de
wiedererkennbar arbeitet - als Mediendesignerin

wiedererkennbar schreibt
wiedererkennbar schreibt - für Evolver

wiedererkennbar twittert
wiedererkennbar twittert - ab und an

wiedererkennbar bastelt
wiedererkennbar bastelt - am Onlineportfolio

Unendliche Weiten

Persönliches

Franziska

Ich heiße Franziska und im echten Leben arbeite ich unter dem Namen wiedererkennbar als freie Mediendesignerin in Dresden.

Mein erstes Blog habe ich im Jahre 2002 noch manuell erstellt. Damals ging es vor allem um Privates.

Hier geht es jetzt streng subjektiv um das Design von Filmplakaten. Und zwar aus meiner Sicht als Mediendesignerin und Filmfreak.

Wo man mich noch im Netz findet

…lässt sich hier nachlesen.

Warum ein Blog über Filmplakate?

Filme entführen uns in andere Welten. Manchmal in fremde, manchmal in vertraute. Ab und an sogar in Welten, die (leider) nicht existieren.
Um eine Ahnung zu bekommen, in welche Dimension wir uns begeben, wenn wir einen Film anschauen, machen sich ein paar Leute auf dieser Erde mal mehr, mal weniger Gedanken – und präsentieren dann ihre Ideen auf Filmplakaten.
Mal zeichnet die so entstehende Welt das Universum des Films, mal verfehlt sie ihr Ziel um Längen. Manches Plakat ist zwar gut gestaltet, mag aber nicht so recht zum Film passen. Ein anderes Plakat sieht womöglich schrecklich aus, bewirbt aber einen durchaus sehenswerten Film.

Ich glaube nicht, dass die Entscheidung, einen Film sehen zu wollen, von einem Filmplakat abhängt. Aber ich glaube, es ist ein wichtiges Kommunikationsmittel, um uns mitzuteilen, dass es diesen Film gibt und was wir (möglicherweise) davon erwarten können: Freude? Drama? Politik? Nackte Leiber? Slapstick? Große Gefühle?

In diesem Weblog schreibe ich als Filmliebhaberin und als Mediendesignerin über Filmplakate, die Welten erschaffen, die wir so noch nie oder schon hundertmal gesehen haben.
Dabei gibt es Plakate von Filmen, von denen ich noch nie gehört habe. Dabei sind auch Plakate von Filmen, die ich als besonders gelungen/misslungen empfinde. Von Filmen, die ich gesehen habe. Von Filmen, die ich niemals sehen werde.

Beurteile niemals einen Film nach seinem Plakat? Schaun’ mer mal :-)

Um meinen Filmgeschmack näher zu beleuchten, folgen hier jetzt noch meine Worst Of & Best Of Listen…

Da meine filmische „Erweckung“ in den 90igern stattgefunden hat, habe ich mich entschlossen, zwei Top-10-Listen aufzustellen, denn spätestens nach Tarantino war das Kino nie wieder wie vorher…

Best Of 1990iger – heute

Diese Filme sind so gut, dass ich sie sogar mehrmals im Kino angesehen habe. Und dann immer wieder auf DVD.

The Fall - ein Film von Tarsem
The Fall - ein Film von Tarsem
  1. The Fall – der erste 00er-Film, der es geschafft hat – und gleich bis ganz nach oben. Hier stimmt einfach alles: Look, Ausstattung, Geschichte, Musik, Darsteller, Emotionen. Grandioser geht’s kaum.
  2. Fight Club – „I want you to hit me as hard as you can“. Überwältigt saß ich im Kino und wusste, hier geht es nicht um den Schlag ins Gesicht im wörtlichen Sinne, sondern darum, aufzuwachen.
  3. Mag.no’lia – So viele Schichten, so viele Emotionen, so schöne Musik, so grandiose Schauspieler – und sogar Tom Cruise legt hier seine Maske ab. Die Kamera tanzte und ich war gefangen.
  4. Pulp Fiction – A Big Mac’s a Big Mac, but they call it „Le Big Mac“. Pulp Fiction habe ich zum ersten Mal auf VHS (!) gesehen. Alleine. Nach dem ersten Durchgang habe ich direkt zurückgespult und den ganzen Film noch mal geschaut. Unfassbar! Danach trugen plötzlich alle Gangster schmale schwarze Krawatten und jeder versuchte, Tarantinos Dialoge zu imitieren. Ging selten gut.
  5. My Own Private Idaho – eine Geschichte über männliche Stricher verwoben mit dem Shakespearschen Henry IV?! Ja, genau!
  6. Lost Highway – Bis heute nicht verstanden, wer der weißgesichtige Typ ist. Noch nie einen so bösen Film gesehen.
  7. Buffalo 66 – Männer machen die besseren Liebesfilme. Vincent Gallo = Gott.
  8. The Big Lebowksi – „Einen von uns hat’s erwischt“ – „Es sind doch gar keine Schüsse gefallen!“ – „… er hatte einen Herzinfarkt.“ Best Vietnam-Veteran ever: Walter!
  9. The Matrix – Heute verwenden sogar Burger-Brater die Effekte in ihrer Werbung. Damals im Kino stand mir ab Minute 5 der Mund offen. Der eindeutig beste Teil der Serie.
  10. Arizona Dream – Platte Fische, Musik von Iggy Pop, ein alternder Jerry Lewis, Johnny Depp völlig verpeilt, Vincent Gallo und der Traum vom Fliegen. Must-See!

Knapp an der Top 10 vorbeigeschrammt:
Birth, Reservoir Dogs, Donnie Darko, Memento, The Salton Sea, One Hour Photo, Strange Days, Dark City, Batman Begins, Gerry, Being John Malkovich, Dead Man, Se7en, Eternal Sunshine Of The Spotless Mind, The Crow, A Scanner Darkly, Brick, GATTACA, Into The Wild, Sin City, No Country For Old Men, I’m Not There, The Machinist, O Brother Where Art Thou?, Fargo, The Usual Suspects, Silence Of The Lambs, Gladiator, Leon Der Profi, 12 Monkeys, Elephant, Requiem For A Dream
…wird weitergeführt

Best Of – 1960 – 1990

A Clockwork Orange - von Stanley Kubrick (DVD-Sreenshot von outnow.ch)
A Clockwork Orange - von Stanley Kubrick (DVD-Sreenshot von outnow.ch)
  1. A Clockwork Orange – Anarchie, Milch, Gewalt und Beethoven. Was für eine Mischung! Was für ein Film!
  2. Apocalypse Now / Full Metal Jacket – unmöglich zu sagen, welcher der bessere Vietnamkriegsfilm ist. Sehr unterschiedlich im Ansatz, aber die Aussage bleibt gleich: Krieg zerstört alles.
  3. Thelma & Louise – ein Roadmovie ohne Klischees mit zwei Frauen in der Hauptrolle. Wenn alle Männer so gute Frauenfiguren schaffen könnten, wie Ridley Scott wäre die Filmwelt eine andere.
  4. Taxi Driver – muss ich das jetzt hier echt begründen? Nee, oder?!
  5. Empire Of The Sun – Grandioser Kriegsfilm, der einen Jungen in das Zentrum des Geschehens stellt. Eine Literaturverfilmung, die mit voller Wucht einschlägt. Brilliant: Christian Bale und John Malkovich.
  6. Badlands – Basierend auf wahren Ereignissen einer der wenigen Filme, bei denen man ein Stück von der Psyche eines Killers zu verstehen beginnt.
  7. Koyaanisqatsi / Powaqqatsi – Bilder und Musik; mehr brauchte dieses Duett nicht, um alles zu sagen.
  8. Citizen Kane – noch heute beeindruckende Schnittechnik.
  9. THX 1138 – George Lucas hat hier so vieles vorweg genommen, woran sich später unzählige Filme auch versuchten. Eine Zivilisation unter strikter Regierungskontrolle. Und ein Mann, der ausbrechen will.
  10. The Deer Hunter – Ähnlich wie „Full Metal Jacket“ ändert der Film nach der Hälfte der Spielzeit komplett sein Tempo. Wer hier die Sinnlosigkeit des Krieges nicht begreift, dem ist wohl nicht zu helfen.

Knapp vorbeigeschrammt
One Flew Over The Cuckoo’s Nest, The Shining, Alien, Total Recall, Blade Runner, 2001: A Space Odyssee, Kramer vs. Kramer, The Graduate, The Godfather & als Bonus alles von Monty Python

Worst Of

Auf Platz 1 der bisher einzige Film, für den ich Eintritt bezahlt und das Kino vorzeitig verlassen habe.

The Juror - mit Demi-"really-that-bad?'-Moore
The Juror - mit Demi-"really-that-bad?'-Moore
  1. The Juror – Nicht Schuldig – wer dachte eigentlich jemals ernsthaft, dass Demi Moore Schauspierlerin ist?
  2. Moulin Rouge! – Schon das Ausrufezeichen hinter dem Titel stieß mir unangenehm auf. Nach 20 Minuten des Films hatte ich Herzrasen. Und ich gehöre zur MTV-Generation! Vielleicht gut bei niedrigem Blutdruck, ansonsten für mich eindeutig zur Kategorie: nervig.
  3. Monster’s Ball – Ich weiß, hier begebe ich mich auf dünnes Eis, aber die Figuren waren für mich so unglaubwürdig wie selten in einem Film – und wozu dienten eigentlich die aufdringlichen Sexszenen?
  4. A Beautiful Mind – Auch hier wieder dünnes Eis; aber: ich hatte zuvor die Biografie von Nash gelesen und ihn im Film nicht wiedererkannt. Außerdem völlig überbewertet: Jennifer Connelly, die ich zwar attraktiv finde (und in anderen Filmen auch gut), die aber hier völlig fehlbesetzt war und auch mit 75 Jahren noch mit dem Hintern wackelte, als wäre sie 20.
  5. The Virgin Suicides – Mysteriös? Ja. Egal? Auf jeden Fall!
  6. Igby Goes Down – Wurde als „Reifeprüfung“ einer neuen Generation angekündigt. Noch niemals so veralbert gefühlt. Trotz großartiger Schauspieler eine echte Enttäuschung; die Charaktere sind durchweg nervig und unsymphatisch.
  7. Ocean’s 13 – Jaja, Brad, Matt, George, Steven usf., wir haben’s begriffen: ihr mögt euch. Könnt ihr jetzt bitte irgendwas anderes zusammen machen?
  8. 10.000 B.C. – So eine interessante Idee, grandios in den Sand gesetzt. Für viel Geld!
  9. Ali – Das sollte wohl Will Smith’s „große Rolle“ sein, aber ich konnte sie ihm einfach nicht abnehmen. Groß, ja. Aber groß gescheitert!
  10. Before Sunset – Die Fortzsetzung vom charmanten „Before Sunrise“ war für mich nur unerträgliches Psychogelaber und eine große Enttäuschung. Unnötig!

Am Ziel vorbei….

…scheint die neue Kampagne zum aktuellen Alien-Film „Der Tag an dem die Erde still stand“.
An Dresdner Haltestellen wurde aus dem Originalplakat:


dieses hier:Aus dem Schriftzug „Der Tag an dem die Erde still stand“ wurde also „Der Tag an dem Dresden still stand“.
Nun finde ich die Idee zwar originell, aber: mir ist der Wechsel von „Welt“ zu „Dresden“ gar nicht aufgefallen, weil ich auf Grund des Bildes im Kopf sofort den richtigen Titel hatte (ich hatte schon eine Verabredung, um den Film im Kino zu sehen) und das Plakat gar nicht näher betrachtete.
Dafür wurde ich schon von mehreren Menschen gefragt, was denn das Plakat mit Keanu Reeves bedeuten solle; wird er etwa in Dresden einen Film drehen?
Dass das Plakat für einen schon fertigen Film warb, war diesen Leuten nicht klar.
Nun könnte ich mich fragen, wieso sie die Zeilen „Ab 11.12.08 nur im Kino“ übersehen haben. Das ist allerdings nicht verwunderlich, wenn ich mir die Gestaltung des Plakates ansehe: erster Blickpunkt ist das Gesicht im rechten Teil; das Auge leitet den Betrachter dann zum Schriftzug „Der Tag an dem Dresden stillstand“ hinüber. Viel länger wird ein Plakat in der Regel aber auch nicht betrachtet, denn normalerweise laufen oder fahren wir daran vorbei. Den kleineren Schriftzug in der linken unteren Ecke zu sehen, hätte schon mehr Interesse und Aufmerksamkeit verlangt, als viele Personen einem Werbeplakat grundsätzlich entgegenbringen.

Merke: auch für eine gute Idee braucht es die entsprechenden Gestaltungsrichtlinien um sie in verschiedenen Medien überzeugend zu präsentieren.