Objekte und ihre Erschaffer

Ein grafisch schönes Poster und der dazugehörige Film „Objectified“

Filmposter Objectified

Das Plakat liegt nun schon seit Ewigkeiten in meinem Filmplakateordner und zwinkert mir jedes Mal zu, wenn ich den Ordner durchstreife. Meine Augen bleiben jedes Mal daran hängen. Und immer denke ich: „Ist das vielleicht eines der schönsten Filmposter überhaupt?“
Die Frage beantworte ich für mich mit „Ja!“

Zum einen liegt das natürlich an der Schlichtheit des Designs. Es ist zwar jede Menge los und es sind auch sehr viele verschiedene Formen zu sehen, aber alles ist so wohl geordnet, wie es meinem Gestalterblick behagt.
Die unterste Objektreihe zeigt im Übrigen die Dinge, die für die Herstellung des Films verwendet worden.

Die Unfarben heben das Plakat natürlich umso mehr aus der bunten Masse der Poster hervor – Schwarz, Weiß, Grau – mehr braucht es eben nicht immer.
Es gibt noch eine zweite Version des Plakates, die ursprünglich für das Marketing in Europa verwendet werden sollte, es dann aber aus diversen Gründen nicht geschafft hat. Nun kann man diese Version aber in einer limitierten Version kaufen.

Objectified Movie Poster Letterpress Version
Objectified Movie Poster Letterpress Version

Die verwendete Schrift ist die wahrscheinlich schönste serifenlose Schriftart, die es zur Zeit gibt: Helvetica (der Regisseur von „Objectified“ hat über diese Schrift einen eigenen sehenswerten Film gedreht).

Der Film zum Plakat ist schon auf DVD erschienen und ist eine Dokumentation über die Dinge, die uns umgeben. Dinge, die wir kaufen. Dinge, die wir lieben. Und die Menschen, die diese Dinge entwerfen.

Sensationelle neue Poster zu alten Filmen

Turner Classic Movies – Summer Under The Stars Poster

Zum populären „Summer Under The Stars“ – Programm von TCM sind neue Poster aufgetaucht, die ebenso spektakulär sind, wie die letzten, auf die ich hier auch schon hinwies.
Meine neuen Favoriten sind die Plakate zu „Jailhouse Rock“, „Dr Jekyll & Mr Hyde“ & „Safety Last“.

Movie Poster Jailhouse Rock
Movie Poster Jailhouse Rock

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Mehr Eier!

Das Plakat zu Julie & Julia

[ursprünglich auf evolver.at am 01.05.2009 erschienen]

Du brauchst mehr Eier!
Du brauchst mehr Eier!

Was wir sehen: Zwei Eier, die sich aneinander lehnen. Dazu die Frage „Do you have what it takes?“ – etwa: „Hast du, was man braucht?“ Außerdem gibt es noch einen Übertitel: „Passion. Ambition. Butter.“ Lustigerweise ist das quasi 1:1 übersetzbar. Man könnte natürlich auch sagen: Leidenschaft. Ehrgeiz. Butter.
Außerdem scheint noch sehr wichtig zu sein, daß der Film von Nora Ephron (die auch Regie geführt hat) für die Leinwand adaptiert wurde.
Neben diesen zahlreichen Informationen gibt es aber noch mehr Schrift, die uns sagt, daß der Film auf zwei wahren Geschichten basiert und daß Amy Adams und Meryl Streep mitspielen.

Worum es augenscheinlich geht:
Entweder ist das ein Hausfrauenfilm über 50er-Jahre-Damen, die in der Küche unter großem Konkurrenzdruck stehen – oder es geht um Emanzipation.

Worum es tatsächlich geht: Die Regierungsangestellte Julie Powell (Amy Adams) beschließt eines Tages, sich innerhalb eines Jahres durch ein ganzes Kochbuch zu kochen – und zwar durch das von Julia Child (Meryl Streep) verfaßte „Die Kunst des französischen Kochens“. Julie befindet sich allerdings ganz und gar nicht in Frankreich, sondern in einer winzigen Küche in Queens, New York. Kann man Frankreich nach Amerika holen, nur durch das Kochen?

Zum Plakat: Starkes Motiv, schöne Typographie. Trotz des vielen Texts recht übersichtlich. Und, wie ich nach einem Blick vermutet hatte, geht es tatsächlich ums Kochen. Das hat allerdings mehr mit der Kombination aus dem Wort Butter und dem Bild der Eier zu tun, denn natürlich kam mir nach der Frage „Hast du, was man braucht?“ in den Sinn, daß man im Deutschen ja sagen kann „Hast du genug Eier, um zu tun, was du tun willst?“ – im Englischen würde das „do you have the balls?“ bedeuten und ist genauso zweideutig wie im Deutschen.
„Hast du, was man braucht?“ läßt also hier zwei Interpretationen zu: zum einen die Frage, ob du genug Kraft und Energie hast, um etwas durchzuziehen, was du dir vorgenommen hast; und zum anderen wortwörtlich, ob du die Zutaten (in diesem Fall Eier) hast, die für die nachzukochenden Rezepte benötigt werden.
Mir hat das Plakat schon auf den ersten Blick gefallen, weil es humorvoll ist und auch die Farbkontraste sehr schön klar sind. Wäre auf dem Bild mehr zu sehen als nur die Eier, wäre es ein hoffnungslos überladenes Plakat – aber hier hat jemand alles richtig gemacht, bravo! p693gefumd

EDIT: geworben wird natürlich wie immer mit folgendem Langweiler-Plakat:

julie_und_julia

Matt Damon macht Faxen

Das sensationelle Poster zu „The Informant“

ätschi-bätschi! via iwatchstuff.org
ätschi-bätschi! via iwatchstuff.org

Nicht nur, dass Matt Damon hier grandios albern aussieht, oder dass sein Schatten verrät, was er wirklich denkt, oder dass der Stil des Plakates wunderbar retro ist…was ich wirklich sensationell finde ist, dass wir es hier mit einem Querformatplakat zu tun haben. Das sieht man viel zu selten.
Ja, ich weiß, das liegt vor allem an praktischen Dingen (hochformatige Wartehäuschen & Litfasssäulen :-)… Trotzdem ist das eine erfrischende Abwechslung und ich bin gespannt auf chubby Matt. (via)

Mon Cheri ist gar nicht mehr schlicht

Alternativplakate zu „Chéri“

Nachdem das Teaserplakat zur Romanze „Chéri“ noch ganz schlicht daherkam und es hier im Artikel „Schön schlicht“ erwähnte, sind inzwischen zwei Plakate aufgetaucht, die zwar immer noch einigermaßen schlicht sind, mit dem Teaserplakat aber so gar nichts mehr zu tun haben – weder stimmt da der Blauton, noch die Typografie. Auf dem britischen (?) Plakat sieht der Film außerdem aus, als würde es sich hier um eine typischer 1990iger-Jahre-Komödie handeln, in der Michelle Pfeiffer mitspielt – in der abgebildeten Pose befindet sich Ms Pfeiffer glaube ich, mindestens einmal in jedem Film. Seltsam, seltsam. (via)

Links das französische Plakat mit seltsamem Blauton, rechts die britische Variante, die auch aus den 1990igern stammen könnte.
Links das französische Plakat mit seltsamem Blauton, rechts die britische Variante, die auch aus den 1990igern stammen könnte.